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Die Großblättrige Kannenpflanze (Nepenthes macrophylla, 1997)
 
Verbreitung: Trus Madi, Sabah
 
Artmerkmale: Nepenthes macrophylla besitzt im Vergleich zu anderen Arten ein sehr festes Laub, die Blattgründe können bis 60 cm Länge und 20 cm Breite erreichen. Die bauchigen Jugendkannen besitzen in der regel 2 kleine Flügelleisten, welche sich nur im oberen Drittel, direkt unter dem Peristom der Kanne befinden. Das Peristom ist bis in die Kannenmitte hineingezogen und besitzt relativ weit auseinanderliegende, für diese Art typische Rippen.
 
Besonderheiten: N. macrophylla besitzt die Eigenschaft, dass die Kannen auch nach dem Öffnen noch wachsen können, solange sie noch nicht vollständig ausgehärtet sind. Dies ist nur bei sehr wenigen Nepenthes derartig gut zu beobachten, wie es bei Nepenthes macrophylla oder z.B. auch bei N. lowii der Fall ist. In Kultur befinden sich zwei Klone von N. macrophylla, wobei aber nur einer die arttypischen Merkmale der Kannen besitzt, der andere ist an durchgehenden Flügelleisten und ein deutlich enger geripptes Peristom zu erkennen.

Kulturspezifische Hinweise: N. macrophylla kann für eine harte Hochlandart als durchaus wüchsig betrachtet werden, was aber auch von den jeweiligen Kulturbedingungen abhängig sein dürfte. Um das Wachstum deutlich vorranzutreiben, können alle paar Monate ( je nach Größe der Kannen), ein bis zwei Mehlwürmer pro Kanne gegeben werden. Hinweis: Da Mehlwürmer einen hohen Fettgehalt haben, sollten nie mehr als zwei pro Kanne verfüttert werden! Als Substrat eignet sich auch Sphagnum sehr gut, bei größeren Pflanzen
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Die Wollige Kannenpflanze (Nepenthes villosa, 1852)
 
Verbreitung: Mt. Kinabalu
 
Artmerkmale: Die Blattgründe von Nepenthes villosa werden ca. 25 - 30 cm lang und sind auf der Unterseite sowie an den Blatträndern stark behaart. Die langen Tendrille, wie auch die Kanne selbst,  weisen ebenfalls eine starke Behaarung auf. Die Kannen werden ca. 15 - 18 cm groß, sind eiförmig und von oranger bis teils rötlicher Färbung. Das meist goldfarbene Peristom ist dicht mit großen Lamellen  besetzt, die jeweils in einem langen und scharfen Zahn enden, es verläuft zudem fast horizontal und ist zum Deckel hin steil nach oben gezogen. Bei N. villosa handelt es sich um eine meist kriechende Art mit stark reduzierten Internodien.
 
Besonderheiten: Nepenthes villosa wächst bis in eine Höhe von 3200 Metern und ist somit der Gipfelstürmer unter den Nepenthaceen. Die Wuchsform sowie die Festigkeit der Pflanze sind stark an das Höhenklima angepasst. Sie steht in einer engen Verwandtschaft zu N. macrophylla und N. edwardsiana. Nach den aktuellen Gepflogenheiten bezüglich der Neubeschreibung von Nepenthesarten sind die Unterschiede zwischen allen drei Formen allemal groß genug, um einen eigenständigen Artstatus für alle drei Formen zu reklamieren.

Kulturspezifische Hinweise: N. villosa gilt als schwer zu kulivierende Art, was wahrscheinlich auf den alpinen Standort zurüchzuführen ist. Mit etwas Geschick und Feingefühl lässt sie sich aber gut halten und erweist sich als nicht ganz so schwierig in bezug auf die Temperaturen wie oft angenommen wird. Ich kultiviere diese Art nun seit etwas über drei Jahren und habe in dieser Zeit nie irgendwelche Probleme mit zu hohen Temperaturen gehabt. Immerhin habe ich im Sommer Tagestemperaturen von bis zu über 35°C! Wichtig für eine erfolgreiche Kultur scheinen mir andere Dinge zu sein. Entscheidender als dauerhaft niedrigeTemperaturen, sind eine starke Luftzirkulation (Ventilator), sowie viel Licht (ggf. auch zusätzliches Kunstlicht). Es ist auch darauf zu achten, dass der Wurzelbereich immer gut gekühlt ist, dies ist am besten zu bewerkstelligen, indem man sie samt Topf in ein kleines Sphagnumbeet einlässt. Was nun die Temperaturen angeht, so sollte zumindest im Winter eine Nachtabsenkung auf ca. 15°C gegeben sein, die Tagestemperaturen spielen bei genügend Licht und ausreichender Belüftung keine so große Rolle. Dauertemperaturen unter 10°C sollten bei feuchten Kulturräumen unbedingt vermieden werden!
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